„Wir brauchen positive Zukunftsideen“

„Junge Menschen interessieren sich für Politik – sie wollen mitreden und mitgestalten. Doch häufig fühlen sie sich vom politischen System nicht ausreichend gehört.“ Genau hier setzte die Demokratiekonferenz „MIT.WIRKUNG. Junge Menschen gestalten Demokratie“ an, zu der das Bildungsbüro des Landkreises Aichach-Friedberg und die Fachstelle „Demokratie leben!“ am 21. Juli nach Friedberg eingeladen hatten. Rund 90 Teilnehmende – darunter Schülerinnen und Schüler, Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Jugendzentren, dem Bündnis für Demokratie sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger – nutzten die Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zur gemeinsamen Ideenentwicklung.
Zum zweiten Mal war die Konradin-Realschule Gastgeberin der Demokratiekonferenz. Schulleiterin Daniela Walther unterstrich in ihrem Grußwort den hohen Stellenwert politischer Bildung im Schulalltag. Landrat Dr. Marc Sturm betonte die Bedeutung der Konferenz für das Wittelsbacher Land und warb dafür, jungen Menschen echte Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Den fachlichen Impuls lieferte Prof. Dr. Janine Linßer von der Technischen Hochschule Augsburg mit ihrem Vortrag „Interessiert, aber ungehört – wie echte Jugendbeteiligung nachhaltig die Demokratie stärkt“. Sie zeigte auf, dass politisches Interesse und gesellschaftliches Engagement junger Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Gleichzeitig fühlten sich viele von ihnen im politischen System nicht ausreichend wahrgenommen. Umso wichtiger seien politische Bildung und echte Beteiligungsmöglichkeiten – insbesondere auf kommunaler Ebene, etwa durch Jugendparlamente oder den Jugendkreistag. Für das Wittelsbacher Land fand die Professorin anerkennende Worte und warb zugleich für eine positive Grundhaltung: Demokratie brauche Zuversicht, erlebte Selbstwirksamkeit und gemeinsame Zukunftsbilder.
Diese Themen vertieften die Podiumsdiskutanten Landrat Dr. Marc Sturm, Prof.in Dr.in Janine Linßer, die Jugendbeauftragte des Landkreises Elina Müller sowie die Jugendkreistagssprecherinnen Laura Nosko und Sarah Nsambya. Einig waren sich die Beteiligten, dass junge Menschen frühzeitig in politische Entscheidungen einbezogen werden müssen. Sarah Nsambya hob zudem hervor, welche zentrale Rolle soziale Medien für die politische Meinungsbildung junger Menschen spielen und wie wichtig es ist, diese Kanäle stärker für demokratische Inhalte zu nutzen.
In vier Workshops – „Sprechen & Zuhören“, Argumentationstraining, WerteDialog und Interkulturelle Verständigung – diskutierten die Teilnehmenden auf Augenhöhe, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten gemeinsam Ideen für eine lebendige Demokratie.
Auch abseits des Bühnenprogramms bot die Konferenz zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch. Ein Gallery Walk informierte über die im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderten Projekte im Wittelsbacher Land sowie über das Thema Rassismus. Ergänzend standen Informationsmaterialien bereit. Beliebt war zudem die Fotobox, in der die Besucherinnen und Besucher ihre persönliche Antwort auf die Frage „MIT.WIRKUNG bedeutet für mich …“ festhalten konnten.
Ein großer Dank geht an die gastgebende Konradin-Realschule, Moderator Michael Stifter von der Augsburger Allgemeinen für die souveräne Begleitung durch das Programm sowie an alle Referierenden, Mitwirkenden und Teilnehmenden.
Die Demokratiekonferenz wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch den Landkreis Aichach-Friedberg gefördert.