Wie wollen wir leben?

John Deweys Begriff der «kreativen Demokratie« war Ausgangspunkt dieser Sprach-Spiel-Werkstatt, in der »Gesellschaftsspiele« auf Blanko-Papier-Brettspielen entstanden sind. Über ein Zeitfenster von etwa vier Schulstunden beschäftigten sich 26 Schülerinnen und Schüler (14-15 Jahre) der Realschule Affing in Kleingruppen mit der Frage, wie sie sich eine »utopische« Gesellschaft vorstellen, wie sie organisiert ist und wer wie darin eine Stimme hat. »Kreative Demokratie« wurde hier als partizipativer Begriff verstanden, der eine Teilhabe möglichst vieler Menschen (eben auch Kinder/Jugendliche) versteht.
Im gemeinsamen Prozess verständigten sich Schüler:innen auf eine gemeinsame »Utopie«, eine Welt, in der sie leben wollen und legen sowohl Namen, eine utopische Gesellschaft als auch »Spielregeln« (Zines) fest. Sie setzen sich kreativ mit gesellschaftlichen Fragen auseinander und entwickelten gemeinsame Wertvorstellungen und Regeln für ein friedliches Miteinander. Dies geschah in einem partizipativen Prozess in Kleingruppen. Alle Schülerinnen und Schüler waren gleichberechtigt und konnten sich einbringen. Das Collagieren (aus Zeitungsartikeln und Magazinen) wurde als Haupt-Basteltechnik genutzt.
Sechs unterschiedliche Welten entstanden so – die mal ernster, mal spielerischer wurden: Angefangen von einem »Wald der Vielfalt« über das »Zuhause« bis hin zum »Sisterhood«-Spiel. Mit Blick auf die Spielregeln orientierten sich die Schüler:innen zunächst an bekannten Spielen (Mensch ärgere dich nicht / Monopoly), um dann zunehmend abzuweichen.
Die Ergebnisse werden auf der Langen Nacht der Demokratie am 2. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt.