Einfach zuhören, einfach sprechen: Bewegender Dialogabend zu Ausgrenzung im Familienstützpunkt Aichach

Am 17. März nutzten acht Teilnehmende die Möglichkeit im Familienstützpunkt Aichach über Ihre Ausgrenzungserfahrungen zu sprechen. Eingeladen hatte die Fachstelle „Demokratie leben!“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis 29. März im Landkreis stattfinden.

Besonders an dem Abend war die sehr persönliche Ebene, auf der sich die Teilnehmenden austauschten. Dies ermöglichte das vom Mehr Demokratie e.V. entwickelte Dialogformat „Sprechen & Zuhören“. Begleitet von zwei ausgebildeten Moderatorinnen beschäftigten sich die Gäste in Kleingruppen mit der Frage „Wie geht es dir mit Ausgrenzung?“: Eine Person sprach vier Minuten über ihr Empfinden zu der Frage, die anderen hörten zu. Im Anschluss wurde gewechselt und dies über drei Runden wiederholt.

Inhaltlich zeigte der Abend, wie vielfältig Ausgrenzung sein kann: Der kulturelle Hintergrund, die sexuelle Orientierung, sprachliche Barrieren, Zuzug, körperliche oder geistige Einschränkungen oder eine schwierige Familiengeschichte können zu Ausgrenzungserfahrungen führen. Die Teilnehmenden berichteten, wie sie damit umgehen, was ihnen hilft und stärker macht.

Die Teilnehmenden genossen es sichtlich, „einfach mal nur reden oder nur zuhören zu dürfen, ohne direkt reagieren zu müssen“, so beschrieb es eine Teilnehmerin. „Dadurch reflektiere ich mehr und die Kommunikation ist viel ruhiger und fokussierter.“ Viele konnten neue Impulse und Gedanken mitnehmen. Einig war man sich, dass diese respektvolle Kommunikationskultur heutzutage häufig in Debatten fehlt. Die Gäste zeigten sich auch dankbar für den geschützten, persönlichen Rahmen, in dem sie ihre Geschichte teilen konnten.

Ein großer Dank geht an Silvia Mank und Ricarda Ruby für die gelungene Moderation und an den Familienstützpunkt für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Die Veranstaltung wurde gefördert über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und über den Landkreis.

 

Anmerkung: Zum Schutz der Personen wurden keine Fotos der Teilnehmenden gemacht.

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